Was ist Tantra?

Tantra wird häufig von der Sanskritwurzel tan (‚ausdehnen)  und tra (beschützen) abgeleitet. 

Über Tantra ist sehr viel geschrieben worden. Daher betrachte den folgenden Text eher als eine Anregung dafür, was Tantra für Dich sein kann.

Originaltexte z.B. aus dem elften Jahrhundert weisen darauf hin, dass Tantra mehr ist als eine reine Sexpraktik. Durch Tantra besteht die Möglichkeit, dass das Liebesleben schöner und intensiver wird, aber Tantra geht weit über das hinaus.

Tantra konfrontiert uns mit unseren Gedanken und Bildern unserer eigenen Weltanschauung. Es provoziert uns und macht uns auf versteckte Ansichten aufmerksam. Dadurch erhalten wir die Chance, Ansichten und Gewohnheiten, die uns vorher nicht zugänglich oder bewusst waren, zu reflektieren und zu verändern. 

Tantra, ein Weg der Selbsterkenntnis

Den Weg der Selbsterkenntnis kann jeder nur alleine gehen, obwohl im Tantra das „zusammen sein“ eine große Rolle einnimmt.

Das Gefühl zu Lieben, gibt es in vielen verschiedenen Formen. Wir können uns bewusst entscheiden, welche Einstellung wir dazu haben und was wir in unserem Leben möchten – das „möchten“ würde ich durch etwa anderes ersetzen, das besser beschreibt worum es dir her geht. Tantra lädt uns ein, das Leben zu erforschen. Durch bewusst erlebte Erfahrungen ein ganzheitliches Verständnis zu erhalten. 

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben." - Hermann Hesse

Deutlich wird es im Zusammenleben mit anderen Menschen. Was und wie wir empfinden, Freude oder Trauer, Liebe oder Gleichgültigkeit. Dies hängt von unserem Weltbild ab, was wir erleben und in welchen Gewohnheiten wir leben. Für die Tantriker sind tiefe, intensive Lust und Liebe Bewusstseinszustände. Es sind Zustände, die von Ängsten und egoistischen Motiven (z.B. das ist nur meine Frau) frei sind.

Durch das reflektieren besitzen wir mehr Handlungsspielraum und können uns entscheiden wie wir leben wollen. Für Tantriker sind die Verehrung des Lebens, die Intelligenz und der Verstand Tugenden und können erlernt werden. Der erste Schritt ist sich zu entscheiden die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Wir selbst erschaffen auf Grund unseres Weltbildes die Strukturen, wie erfüllend unser Leben ist. Es ist das Erkennen der Liebe zu allem Lebendigen.